Die Prozesslandkarte: Ihr QMS auf einer Seite

Was die Norm verlangt und was nicht

Kapitel 4.4 fordert, die Prozesse des QMS zu bestimmen: ihre Eingaben und Ergebnisse, Abfolge und Wechselwirkungen, Kriterien und Methoden ihrer Steuerung. Eine grafische Landkarte schreibt die Norm nicht vor. Sie ist nur die mit Abstand effizienteste Form des Nachweises: eine Seite, die jedem Auditor, Kunden und Neuzugang das Unternehmen erklärt. Faustregel für den Mittelstand: 8 bis 15 Prozesse. Wer 40 hat, hat Tätigkeiten gezählt, nicht Prozesse.

Die klassische Dreiteilung

Bewährt ist die Gliederung in drei Bänder: Führungsprozesse (Strategie, Managementbewertung, Risikomanagement), Kernprozesse (die Kette, mit der Sie Geld verdienen, vom Angebot über Beschaffung und Fertigung bis Versand und Reklamation) und Unterstützungsprozesse (Personal, Instandhaltung, Prüfmittel, IT, Dokumentenlenkung). Die Kernprozesskette wird als Fluss von Kundenanforderung zu Kundenzufriedenheit gezeichnet; Führung und Unterstützung docken oben und unten an.

In vier Schritten zur Landkarte

Erstens: die Kernkette dem Auftragsdurchlauf entlang aufschreiben. Was passiert von der Anfrage bis zur bezahlten Rechnung? Zweitens: je Prozess einen Verantwortlichen benennen (eine Funktion, kein Gremium). Drittens: die Wechselwirkungen prüfen. Was übergibt der Vertrieb an die AV, was meldet die Fertigung an den Einkauf zurück? Genau an diesen Übergaben entstehen Fehler, und genau danach fragt 4.4. Viertens: je Prozess festlegen, woran seine Leistung gemessen wird. Das verbindet die Landkarte mit den Kennzahlen aus 9.1.

Der richtige Detailgrad

Die Landkarte zeigt das Was und die Zusammenhänge; das Wie gehört eine Ebene tiefer in die Verfahrensanweisungen. Ein guter Test: Passt sie auf eine A3-Seite und kann der Geschäftsführer sie in fünf Minuten erklären? Dann stimmt der Detailgrad. Braucht sie eine Legende mit 30 Symbolen, ist sie ein Organigramm-Kunstwerk geworden. Schlicht schlägt schick: Kästen und Pfeile reichen der Norm völlig.

Die Landkarte als lebendes Inhaltsverzeichnis

Ihren echten Wert entfaltet die Landkarte, wenn sie klickbar ist: Jeder Prozess verlinkt auf seine Verfahrensanweisung, seine Kennzahlen, seine Risiken. Dann ist sie das Inhaltsverzeichnis des QMS statt eines Posters im Flur, und bei jeder Prozessänderung sieht man sofort, welche Dokumente betroffen sind. In ReadyQMS ist die Prozesslandkarte genau so gebaut: die Einstiegsseite, von der aus jeder Mitarbeiter zu seinen gültigen Dokumenten navigiert.

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